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Mittwoch, 8. August 2012

Alona Beach auf Panglao


Alona Beach auf der Insel Panglao und von vielen wetterbedingten Reiseplanumwerfungen


Wie angekündigt, zuerst die Geschichte unserer Hinfahrt mit einem wirklich schon sehr klapprigen Tricycle: Nicht, dass hier nicht alle Tricycles ohnehin an der einen oder anderen Stelle rosten würden oder verbäult wären, dieses Gefährt legte in allem noch einmal eine Schaufel d'rauf. Na ja, dachten wir, die Fahrt dauert ja nur circa 45 Minuten, so lange würde unser stolzes Gefährt doch wohl zumindest noch aushalten, auch mit zwei schweren Deutschen und ihrem Gepäck beladen, oder? Hm, ziemlich genau 30 Minuten hat es gedauert, bis sich das Kugellager des Hinterrads verabschiedet hatte, was dazu führte, dass wir unserem Fahrer dabei zuschauen durften, wie er es völlig alleine reparierte, und das sogar sehr fix! Gut, dass er die Ersatzteile gleich dabei hatte! :-) Ob er wohl damit gerechnet hatte?!


Am Alona Beach angekommen, wollten wir eigentlich im Bohol Dive Resort absteigen, entschieden uns dann aber sehr schnell dagegen, nachdem Nina 'mal das Preisleistungsverhältnis auch der umliegenden Hotels ein paar prüfenden Blicken unterzogen hatte. Untergekommen sind wir schließlich im Hotel Bohol Seabreaze, in unserem eigenen großen Bungalowzimmer mit eigenem Bad und schicker kleiner Terrasse. Da hatten wir zwar keinen Meerblick, aber den brauchten wir bei dem Anblick des Meeres auch nicht mehr: es war nämlich super dolle aufgewühlt und bot überhaupt keinen meditativen Anblick! Da guckten wir lieber in unseren kleinen süßen Palmengarten, der jeden Morgen ganz ordentlich von dem Hausherren gehegt und gepflegt wurde. Nach dem Einzug machten wir uns gleich auf den Weg zum sehr windigen Strand, an dem die ganzen Tauchschulen und Restaurants, in denen wir noch seeeeehr leckere Fischmahlzeiten direkt vom Grill einnehmen sollten :-), aufgereiht sind. Leider haben alle gesagt, dass sie im Moment unter keinen Umständen an der Balicasag Island tauchen gehen würden: dafür sei das Wetter einfach viel zu schlecht. Schade, dafür waren wir nämlich eigentlich extra hergekommen, aber wie sollten wir auch zur Balicasag Island kommen, bei den vielen zurzeit direkt vorm Strand untergehenden Bangkas blieben gar nicht mehr so viele übrig... :-( Wir hätten auf der anderen Seite von Panglao tauchen können, nur konnten wir uns nicht so richtig vorstellen, dass die Wellen dort so viel weniger hoch sein sollten und überhaupt hatte Nina ein ganz schlechtes Gefühl bei der Sache. So haben wir unseren zweiten Tag eben lieber damit verbracht, Blog zu schreiben und zu überlegen, wohin wir wohl als nächstes fahren wollen würden (der Konjunktiv ist hier wettertechnisch sehr bedacht gewählt). Die Wahl fiel auf entweder Dumaguete auf Negros, Siquijor Island, Palawan oder Moalboal auf Cebu (alles als 'fantastisch' beschriebene Tauchorte), welche Fähre auch immer fahren würde... Im Touristcenter stellte sich dann jedoch gleich wenig später heraus, dass nur die Fähre nach Cebu führe, die anderen beiden nicht, weil das Wetter so schlecht sei. Also haben wir uns für den nächsten Morgen von unserer Hotel-Mami ein Tricycle bestellen lassen, dass uns zum Terminal brachte, wo wir mit einem Blick auf die Anzeige überrascht feststellten, dass auch alle Fähren nach Cebu gecancelt waren! Na toll! Und das hätte der Blödmann von der Touristeninfo nicht wissen können?! Für die Fähre um 11.20 Uhr stand noch nichts angeschlagen und die Leute im Ticketoffice vermuteten, dass sie so gegen 10.00 Uhr mehr wüssten, also warteten wir halt. Das Warten hätten wir uns aber auch sparen können, wie sich um kurz nach 10.00 Uhr dann nämlich zufällig im Gespräch herausstellte: denn selbst wenn die Fähre um 11.20 Uhr fahren würde, woran jedoch keiner so richtig glauben wollte, dann wäre sie ohnehin schon ausgebucht... Abgesehen davon warteten ein paar Passagiere auch schon seit fast drei Tagen... Ach so?! Aha... Hallo?! Geht's noch?! Hätten wir das vor 90 Minuten gewusst, hätten wir doch gleich den Flug für diesen Nachmittag gebucht, der, welche Überraschung, inzwischen natürlich ebenfalls ausgebucht war... Wir ergaben uns der Situation und entschieden, zurück zu dem Hotel zu fahren, in dem wir schon einmal bei unserer Ankunft auf Bohol gewohnt hatten (in Tagbilaran), immerhin war dort das Internet schnell genug zum Skypen, was Hoffnung darauf gab, dass es auch reichen würde, um Flüge für den nächsten Tag zurück nach Manila zu buchen. Wir hatten uns zu diesem Zeitpunkt übrigens inzwischen an den Gedanken gewöhnt, dann eben nicht noch Cebu, Negros und Palawan zu bereisen, sondern wieder bei John einzuziehen, sofern es uns irgendwie gelingen sollte, über Manila zurück nach Mindoro zu kommen. 
Im Hotel angekommen hatten sie noch ein einziges Zimmer frei, das das Doppelte von dem kostete, was wir sonst so für unsere Residenzen ausgeben, aber was soll's: wir hatten Internet und so konnten wir feststellen, dass der Flug für den nächsten Tag auf der Airline Seite ebenfalls ausgebucht war. Na so 'was aber auch... Zusätzlich eine Menge Überschwemmungsbilder von Manila und zu allem Überfluss gekenterte Fähren in Batangas, unserer Zwischenstation auf dem Weg nach Mindoro. Aber dann hat Stefan noch 'mal über Skyscanner suchen lassen und da war er wieder, der Flug für den nächsten Tag: zwar nur buchbar über Tripstar, aber immerhin, wenn die noch ein Kontingent haben sollten, wären wir bestimmt nicht die einzigen auf Bohol, die HIER schreien würden, also haben wir die Flüge 'mal lieber schnell gebucht, den Fernseher abgeschaltet und die Nachrichten Nachrichten für andere sein lassen: für uns würden sie einfach nicht gelten und basta!


Den Nachmittag haben wir in der schon bekannten Mall gegenüber verbracht: der Mongole hat lecker für uns gekocht und Batman ist gleich ein zweites Mal für uns über die Leinwand geflattert, wieder für zwei Euro pro Person, da sagt man doch nicht nein, oder? ;-)


Wieder im Hotel dann der Schock: wir sollten uns bitte umgehend bei Tripstar melden und sahen uns quasi am nächsten Tag schon wieder im Kino statt im Flugzeug (immerhin wäre das aber der Veröffentlichungstag des neuen Disney/ Pixar Films gewesen... Nicht, dass wir Batman nicht mögen würden, es ist nur...). Stefans Vater hat das dann aber schnell mit einem Anruf bei Tripstar geklärt und so konnten wir am nächsten Tag tatsächlich von Tagbilaran auf Bohol nach Manila auf Luzon fliegen. Mit fast einer Stunde Verspätung zwar, weil das Wetter in Manila noch immer nicht so richtig mitspielte, aber immerhin. Ein Anruf bei John stimmte uns dann aber wieder ein wenig traurig, weil die Fähren noch immer nicht fuhren und wir so wohl noch eine Nacht in Manila bleiben müssten, was uns nun doch noch vor das bisher so gekonnt ignorierte Überschwemmungsproblem stellte... Unter anderem sollte auch die zu unserem alten Hostel führende Straße überschwemmt sein, aber zum Glück waren die Nachrichten vom Morgen und das Wasser inzwischen abgelaufen, sodass wir tatsächlich einziehen konnten. Puh, die erste Etappe nach Mindoro war also immerhin schon 'mal geschafft... :-) Und es wär' doch wohl gelacht, wenn wir den einen Nachmittag in Manila nicht 'rumkriegen würden, oder? Wir gingen einfach in eins der Mall of Asia Kinos! :-) Der neue Spiderman stand auf dem Programm, also bewaffneten wir uns mit Starbucksgetränken, Pizzen und Süßigkeiten, um Spider- statt Batman fliegen zu sehen: dieses Mal für vier Euro pro Person. :-) Der ewige Regen konnte uns einfach 'mal! So!


Der Nachrichtenaustausch mit John am nächsten Morgen versprach erst Hoffnung: er habe gehört, dass die größeren Fähren zu einer anderen Stadt auf der Insel alle zwei Stunden fahren würden, würde uns aber trotzdem raten, noch eine Nacht in Manila zu bleiben, weil alles nicht so ganz sicher sei... Also verbrachten wir noch einen Tag im Kino (Brave und Step up; beide in 3D sehr zu empfehlen!), so musste Stefan wenigstens für ein paar Stunden nicht Ninas aufkeimenden Unmut über das ständige Neuplanen der Reiseroute ertragen. Dabei war doch von zu Hause aus alles so schön geplant gewesen... 
Heute Morgen machten wir uns schließlich voller guter Hoffnung auf den Weg zum Batangas Pier, um entweder eine Bangka nach Sabang oder eben eine Fähre nach Capalan zu bekommen, aber davon im nächsten Eintrag mehr...




































Montag, 6. August 2012

Bohol

Bohol - Insel der Tarsiere und Schokoladenhügel


Vorgestern sind wir ziemlich früh bei Dive VIP losgelaufen, um am circa eine Laufminute entfernten Pier eine Bangka nach Batangas zu nehmen und von da aus einen Bus nach Manila und von da aus ein Taxi zum Flughafen. Die Bangka hatte auch tatsächlich nur (!) eine Viertelstunde Verspätung, was für philippinische Verhältnisse schon eigenartig ist, und so kamen wir flott in Batangas an. Vorbei an den ganzen Typen, die uns erzählen wollten, dass wir aber ihr Taxi oder das ihres Onkels, oder Freundes, oder von sonst irgendeinem Verwandten/ Bekannten nach Manila nehmen müssten, weil gar kein Bus führe (Grrrrr!!! Also manche von denen machen es uns auch schwer, Philippinos zu mögen), direkt zum großen Busparkplatz, auf dem natürlich gleich mehrere Busse zu verschiedenen Stationen in Manila auf Passagiere warteten. Ha! Schnell den richtigen Bus gefunden, ein bisschen gewartet, bis er auch voll genug war, und ab ging die Fahrt. Leider hatten die Fahrer den Film schon vor unserem Einstieg angeschmissen und so mussten wir uns zum ersten Mal tatsächlich anders als mit Filmgucken beschäftigen... ;-) Die Fahrer kaufen nämlich einfach immer die neuesten Kinofilme direkt auf DVD, von fliegenden Händlern, versteht sich. Und das in einer seeeeeehr guten Qualität, wo auch immer sie die her haben... Na, uns soll's egal sein! ;-) 


An der Haltestelle in Manila war es dann gar nicht so einfach, einen Taxifahrer zu finden, der sein Taxometer für die Fahrt zum Flughafen einschalten wollte, sodass wir dieses Mal wieder sehr dankbar auf die Hilfe eines Jungen zurückgriffen, der uns ein Taxi heranholte. Der Junge war aber laaaaaaange nicht so aufdringlich wie die vielen kleinen Jungen, die uns und unser Gepäck überall betatscht haben, beim letzten Mal, und so gaben wir dem Jungen vorgestern sehr bereitwillig ein kleines Trinkgeld. Das Taxi brachte uns direkt bis zum Terminaleingang und so konnten wir unseren Flieger noch locker erreichen. 


Am Flughafen in Tagbilaran auf Bohol waren wir dann erst 'mal ziemlich überrascht, weil das Flughafengelände nur mithilfe eines kleinen Zauns von den umliegenden Wohnhäusern getrennt ist und unser Flugzeug einfach vor einem kleinen Gebäude anhielt, das den ganzen Flughafen ausmachte... Das Gepäck wurde tragenderweise vom Flugzeug zum Band gebracht, fuhr ungefähr drei Meter und wurde sowohl von uns als auch den schon bereitstehenden Taxifahrern in Empfang genommen... Während Stefan das Gepäck quasi vom Verlassen des Flugzeugs bis auf das Gepäckband im Auge behielt, erfragt Nina schnell, ob es unsere favorisierte Unterkunft noch gäbe, wurde fix auch noch mit einer weiteren, günstigen Adresse aus einer kompletten Unterkunftsliste und der Information versorgt, dass ein Tricycle zur Unterkunft auf gar keinen Fall mehr als 50 PHP (1 €) kosten dürfe. Und was machen die Schweinebacken draußen?! Versuchen uns doch tatsächlich zu mehreren davon zu überzeugen, dass eine Fahrt dahin 300 PHP kosten würde! Äh, nee, Leute, wir sind echt lange nicht so dumm wie ihr glaubt: wir informieren uns ja schließlich, bevor wir uns in eure Arme stürzen! Ich glaub', es hackt! Also diese Tricycle-Fahrer waren bisher wirklich die dreißesten Männer hier. Wir (das heißt Stefan) ist es ja bereits gewohnt, die Preise in Asien mindestens um die Hälfte zu drücken, das gehört hier ja zur Mentalität, aber diese Jungs wollten's wohl wirklich wissen... Und haben's gelernt, als uns wirklich einer für 50 PHP direkt vor den Eingang gefahren hat! So! 


Unser Zimmer war schön groß, super sauber und das Internet war schön flott, sodass wir tatsächlich mit unseren Familien Video-Skypen konnten! :-) Wir waren unheimlich zentral gelegen und so haben wir gleich 'mal das Shoppingcenter gegenüber unsicher gemacht, nachdem wir über's Hotel einen Motorroller für den nächsten Tag gebucht hatten. Hier hat aber auch wirklich jeder Kontakte zu allem, was man so brauchen könnte... ;-) 


Gestern sind wir dann ganz früh raus, haben das leckere Frühstück des Hotels genossen, uns auf den Roller geworfen und uns auf den Weg gemacht, um die kleinen Tarsier-Kobolde zu suchen. Dafür sind wir zu einem Sanctuary gefahren, in dem die Tiere geschützt, aber in ihrem normalem Lebensraum leben können. Zur Zeit wohnen 10 Tiere auf dem einen Hektar Land und für mehr ist auch kein Platz. Jede Nacht verlassen die kleinen Kobolde das geschützte Gebiet und reisen ungefähr 1,5 km weit, auf ihrer Suche nach Insekten. Sie kommen aber immer wieder zurück, weil sie sehr territorial sind und so müssen die Guides die Tiere jeden Morgen wieder aufs Neue suchen. Zum Glück verharren die Tiere dann aber den ganzen Tag in der gleichen Position, sie sind nämlich recht klein und können bis zu fünf Meter weit springen, stellt euch vor, ihr müsstet für jedes Touristengrüppchen wieder neu auf die Suche gehen! ;-) Ihren Kopf können sie drehen wie eine Eule und ihre Augen sind im Vergleich zu ihrem Körper riesig, was sie so unheimlich niedlich macht! :-) Wir haben uns jedenfalls gleich in sie verliebt und dem Gründer dieses Schutzraumes gleich 'mal gesagt, wie begeistert wir von seinem Programm sind! In der Gegenwart der kleinen Kobolde durfte man auch nur flüstern, weil sie so gute Ohren zum Insektenfangen haben... Das hat dann gleich 'mal dazu geführt, dass Nina den lauten Guide der anderen Gruppe zurechtweisend angescht hat (die Lehrerin in ihr... ;-)) 
Unsere zweite Station waren die Chocolate Hills, von denen wir aber leider nur ein paar Fotos machen konnten, bevor uns ein Monsun-Schauer innerhalb von fünf Sekunden völlig durchnässte und die in Panik geratenen Philippinos dafür sorgten, dass Nina sich auf der Treppe erst 'mal lang machte. Bis auf zwei blaue Flecke ist aber nichts passiert und nach einem heißen Tee zum Aufwärmen beschlossen wir, trotz des Regens (er war schon viiiiiiiiel weniger geworden), die Heimreise anzutreten. Die Hügel an sich sind ein einmaliger und sehr skurriler Anblick und waren die Reise definitiv wert, auch wenn Nina doch sehr enttäuscht war, dass die Hügel nicht wirklich aus Schokolade bestehen, wie der Name vermuten lässt... ;-) Der kommt ja aber davon, dass die Hügel in der Trockenzeit ganz braun sind...


Zurück im Hotel haben wir uns erst einmal trocken gelegt, dann bei unserem Lieblingsmongolen gegessen und danach den neuen Batman-Film für zwei Euro pro Person (!!!!) im Kino angesehen! :-) Insgesamt also ein rundherum schöner Tag! :-)


Den heutigen Morgen haben wir zum größten Teil mit Herumgammeln und Surfen verbracht, bis dann um 13.00 Uhr die für circa 11.00 Uhr angekündigte Festival-Parade in unserer Straße losging, die wir aus unserem Fenster heraus sehr gut beobachten konnten! :-) Vergleichbar ist diese Parade vielleicht mit einer durch zehn geteilten Version eines brasilianischen Karnevals. Es wurde viel dabei getanzt und die Kostüme waren auch total toll! Gegen Ende wurden aus mehreren Coca Cola-Autos Becher verteilt, gefolgt von Menschen, die diese dann füllten. Eine uns bereits bekannte Bande von Straßenkindern und ihren Müttern war das aber nicht genug und sie kaperten kurzerhand eins der Versorgungsautos, trotz der ganzen bewaffneten Militäreinheiten in der Straße! Unfassbar! Und das für ein paar 1,5 Liter Flaschen Fanta... 


Nach der Parade haben wir noch schnell einen freien Tee/ Kaffee im Restaurant unseres Hotels getrunken und uns dann auf den Weg nach unten auf die Straße gemacht, um uns ein Tricycle zum Alona Beach auf der Insel Panglao zu organisieren. Nach ein paar Diskussionen haben wir auch tatsächlich einen Fahrer gefunden, der unseren Preis akzeptierte und uns auf eine abenteuerliche Fahrt mitnahm. Aber davon im nächsten Eintrag mehr! 


Liebe Grüße aus der Ferne
Stefan und Nina